Das menschliche Gehirn ist tatsächlich ein Wunderapparat.
Solche Hochleistungen zu vollbringen ist sicher nicht unbedingt erlernbar. Sie sind einfach vorhanden, und können durch ein entsprechendes Umfeld in ihrer Entwicklung entweder gefördert oder eingedämmt werden.
Aber wie erkläre ich mir folgendes?
Gestern früh ruft mich eine Arbeitskollegin an, und fragt ob ich noch zu Hause sei und sie mitnehmen könnte, da sie ihre Bahn verpasst hat. Ich kläre ab, wann und wo ich sie mit dem Wagen auflesen werde. So weit so gut.
Begebe mich anschließend ins Bad um meine morgendliche Reinigung durchzuführen. In dem Moment klingelt das Telefon noch mal. Und in mir kommt der Gedanke auf, das es nochmals meine Arbeitskollegin ist.
Irgendwie ist in mir die Ahnung präsent, das sie mich fragen möchte, ob sie mir einen Geh Kaffee (Den Ausdruck Coffee to go finde ich albern) mitbringen soll. Nach einiger Zeit klingelt es nochmals, wieder gehe ich nicht ran. Nach verlassen des Bades sehe ich das jemand auf meine Mailbox gesprochen hat.
Und tatsächlich war es meine Arbeitskollegin die mich fragte, ob ich einen Kaffee mitgebracht bekommen möchte.
Dieses Erlebnis zu erklären dürfte sich als sehr schwierig erweisen.
Wie ich eingangs schon erwähnte, ist mir so etwas schon einige Male passiert. Natürlich versucht man dann einen Grund nach dem Wie und Warum zu entdecken.
Bislang kristallisierte sich für mich heraus, das die Umstände in denen ich mich zu solchen Zeitpunkten befinde, recht ähnlicher Natur sind. Zum einen ein eher gedankenloser Zustand, man döst so vor sich hin, denkt an nichts spezielles. Zum anderen aber kommt es auch vor, das man so vor sich hin denkt und dabei eben gewisse Person im Kopf hat. Aber nicht in dem Sinne eines angestrengten an jemanden denken, sondern eher wie bei einem beiläufig angeschautem Film, während man sich gerade mit anderen Dingen beschäftigt.
Desweiteren muss bei einem solchen Effekt ein gewisser Sinnzusammenhang zu der Person bestehen. Dieser Sinnzusammenhang ist allerdings nicht statisch, die Aufmerksamkeit ist in der Stärke, und von Person zu Person unterschiedlich. Was insoweit erklärbar ist, da man ja nicht immer die gleichen Menschen in seinem Umfeld als sinnhafte Bezugspersonen ansieht.
Ich werde es weiter beobachten.
Nun, diese Überlegungen sind ja an sich gar nicht so verwunderlich. Erstens gibt die Situation das her. Also a) es ruft frühmorgens kaum jemand an, b) Sie nehmen die Kollegin mit, was also einen Zusammenhang mit dem Telefon (sonst unüblich, Mitnehmen auch unüblich, daher Klingeln: logisch) herstellt.
AntwortenLöschenDa Sie ja Zeit und Ort geklärt haben, kommen nur wenige Themen in Betracht, die überhaupt zur Auswahl stehen können: Absage oder eben Mitbringen eines Getränkes (bitte übrigens „Geh-Kaffee”, wenn Sie das Wort schon benutzen wollen ;-) )
Und Ihr Hirn sagt Ihnen daher richtigerweise voraus, daß die Kollegin, die Sie heute morgen mitnehmen werden, Ihnen immerhin einen Kaffee mitbringen will.
Übrigens: Manchmal irrt das Hirn in der Schlußfolgerung auch. Aber daran erinnern Sie sich später nicht, weil es ja völlig normal erscheint.