Nachdem im August 1997 die Hamburger Bürgerschaft die Bebauung des Hafengebietes auf dem Großen Grasbrook beschließt, wächst nunmehr 13 Jahre später der neue Stadtteil „HafenCity“ weiter und weiter. Auf der einen Seite finden wir die historischen Bauten der Speicherstadt, auf der anderen die modernen und teilweise futuristischen Bauten der Neuzeit. Der Begriff „City“ mag dem modernen Image dieser Gebäude memhaft zu entsprechen, drängt sich doch bei diesem Namen eine Ahnung des kollektiven modernen und utopischen auf. Doch die Wurzel dieses Stadtgebietes liegt an historisch anderer Stelle. Bis zur Errichtung der Speicherstadt im ausgehenden 19. Jahrhundert, benannte man dieses Gebiet nach einer ca. 1530 n. Chr. erbauten Kapelle, St. Annen.
Die Gründerväter der HafenCity hätten diesem alten Namen bei der Benennung des neuen Stadtteils Vorrang geben sollen. St. Annen klingt weitaus würdevoller und bodenständiger als eine wie auch immer geartete City, und hat zudem eine mit dem Gebiet verwurzelte Bedeutung. Im Interesse einer wahrhaftigen Identifikation der Bewohner mit ihrem Stadtteil, welche tiefer reicht als bis zu den glatt polierten Betonstufen der Magellanterrassen, sollte eine Umbenennung in den alten Namen St. Annen in Erwägung gezogen werden.
St. Annen ist hanseatische Tradition, welche in die Moderne reicht. Und mit diesem Verständnis wird auch eine echte Lebendigkeit, abseits der Touristenströme und Ausflügler, in diesem neuen städtischen Lebensraum Einzug halten.
Aber das ist natürlich nur meine Meinung.
Ich denke auch, daß die Umbenennung sinnvoll wäre. Einerseits ist dieses Wort „City” einfach unsinnig. So, wie einige auch glauben, sie wirkten schlauer, wenn sie von „Mexico City” anstelle von „Mexiko-Stadt” sprechen, obwohl natürlich die Mexikaner Ciudad de México dazu sagen.
AntwortenLöschenAber City ist eben fremdländisch und somit gebildet.
Hafenstadt heißt das Ding also jetzt. Ja. Klingt etwas banal. So wie auch Hafencity. St. Annen hingegen? Das hätte was.