7. März 2011

20. Tag

Drei Wochen bin ich nun schon hier in KL. Ich weiß, fleissig war ich bezüglich meiner Blogbeiträge nicht gerade. Ich könnte es jetzt auf die mitreißende Kultur dieses Landes schieben, welche mich von einer regelmäßigen Schreibarbeit abhielt. Oder auf die langen Abende, welche man hier auf modernen Liegen unter Palmen am Rand eines Pools, und dank unsachgemäßen Cocktailverzehr verbummelt. Am Ende war ich einfach nur faul!

Mittlerweile habe ich jedoch eine Reihe von Eindrücken in mich aufnehmen können, um nun endlich einmal davon zu berichten.
Straßenverkehr. Reden wir zuerst einmal über den hiesigen Straßenverkehr.
Die Autobahnen sind einigermaßen gepflegt, daran lässt sich nicht rütteln. Ein Großteil der Nebenstraßen, speziell ausserhalb von KL in den Industriegebieten, sind in teilweise schlimmeren Zustand als in Deutschland nach einem strengen Winter.
Die Menschen hier schreien aber nicht herum oder fordern Neuwahlen, angesichts der maroden Straßen, welche doch bitte aus ihren Steuereinnahmen in einen besseren Zustand zu bringen seien! Nein, sie fahren einfach drum herum. So einfach ist die Sache!
Auch ein Überholmanöver auf den Autobahnen wird hier sehr zielorientiert durchgeführt. Ein langsameres Fahrzeug kann wahlweise auf der linken oder der rechten Spur überholt werden, selbst Motorräder fahren gerne zwischen den Autos hindurch. Wer jetzt ein empörtes aufschreien und fluchen in den Fahrzeugen erwartet, liegt indes völlig falsch. Hier wird äußerst entspannt überholt. Irgendeine Lücke wird sich früher oder später schon finden lassen. So auch beim Einfädeln an Ampeln, Kreuzungen und Autobahnausfahrten. Es wollen eigentlich immer alle in die gleiche Richtung wie man selber. Und mit "alle" sind richtig viele gemeint. Autos und Motorroller die fröhlich um- und durcheinander her fahren. In Deutschland wäre ein Straßenabschnitt von 10 km ruckzuck auf Linie zugestaut. Hier klumpt sich die selbe Menge an Fahrzeugen auf 2 km zusammen. Und tatsächlich bekommen sie hier den gordischen Verkehrsknoten ohne viel Aufhebens und Geschrei wieder auf. Man muß nur etwas Zeit mitbringen.
Notorische Choleriker, wie man sie auf deutschen Straßen des öfteren zu bestaunen gibt, würden hier allerorts tot über das Lenkrad hängen und, täte man die Türe öffnen, um einmal nach dem befinden zu schauen, einfach aus dem Wagen auf die Straße fallen.
Wie auch immer man die Situation auch bewerten mag, ein wenig entspannter könnte es auf deutschen Straßen schon zugehen. Ein wenig mehr Toleranz und weniger akkurate Ordnungsliebe wären vielleicht hilfreich. Aber mit dem Zulassen von wetterbedingt beschädigten Straßen sind wir vielleicht schon auf einem guten Weg uns den hiesigen Verhältnissen anzupassen.

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